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Mauna – die Sprache der Seele

Veröffentlicht am: 14. September 2018

Mauna – das bewusste Schweigen

Während meines Teacher-Trainings, meiner Yogalehrer-Ausbildung, kam ich das erste Mal mit der Methode des Mauna in Kontakt. Als kleines Mädchen habe ich morgens direkt mit dem Aufwachen losgeplappert. Nach einer langen Nacht  hatte ich so unendlich viel mitzuteilen. Meine  Eltern und meine Schwester hat dieses Phänomen, als Morgenmuffel, schier zur Verzweiflung gebracht. Noch heute ist mir ein verbaler Austausch wichtig, und in einem männerdominierten Haushalt halte ich mit meiner Vielzahl an Worten täglich den Rekord. Aber ich weiß mittlerweile auch, dass es Momente gibt, in denen es besser ist, mal nichts zu sagen.

Energieräuber reden

Dass wir über unsere verbalen Äußerungen immens viel Energie verbrauchen war mir damals ebenso wenig bewusst wie die Tatsache, dass sich manche Dinge auch ohne großen Austausch erledigen. Der erste Morgen der yogischen Praxis Mauna, in der wir angehalten wurden nicht zu grüßen, sprechen oder anderweitigen, unnötigen Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen, war mehr als ungewohnt. Hatten wir am ersten Morgen noch das Gefühl, unhöflich unserem Gegenüber zu sein, haben wir den zweiten Morgen bereits genossen. Warum? Weil es so wunderbar ist, mit seiner Yogapraxis zu beginnen, ohne vorher schon vom Weltgeschehen erfahren zu haben. Das letztendlich nur mitgeteilt wurde um des Redens Willen.

Austritt aus unserem inneren Kraftfeld

Sobald wir anfangen, uns wie auch immer mitzuteilen, treten wir aus unserem inneren Kraftfeld heraus. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns nach langen Tagen mit vielen Telefonaten und Gesprächen ausgelaugt und fern von unserer Mitte fühlen. Yogis und Yoginis, die nach derartigen Tagen zu mir in die Yogastunde kommen, erreichen ihre Matte meistens mit letzter Kraft, wenigen Nerven. Auf die Frage, wie es ihnen gehe, erhalte ich selten eine Antwort.

Digitale Vernetzung und analoge Abgrenzung

Im Zeitalter unserer mobilen Vernetzung wird die Abgrenzung nach außen nicht einfacher. Ich habe aus diesem Grund lange auf ein Handy verzichtet und wurde oftmals merkwürdig beäugt, wenn ich einfach nur so im Café saß und gedankenversunken in meinem Milchschaum herumrührte. Ein Luxus, den ein Kollege so beschrieb: Während andere Bücher mit dem Titel „Raus aus der Kommunikationsfalle“  lesen, schmeißt du es einfach weg. Mittlerweile bin auch ich vernetzt. Nicht maximal, aber ich lebe nicht mehr so ganz auf einer einsamen Insel. Der größte Nutzen von Mauna für unsere Yogapraxis auf und neben der Matte ist, dass wir zentriert bleiben und unser Tun eine wunderbare Intensität bekommt. Dann finden wir wieder unsere Anbindung zu unserem wahren Selbst, unserer Seele, dem Atman. Es ist, als würden wir unseren Erdbeerbecher mit extra viel Sahne esse.

Ein stilles Namasté

Author: Michaela Wendt
Tags: Achtsamkeit