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Tanzende Blätter: Der Einfluss von Yoga auf unsere Geisteshaltung

Veröffentlicht am:

„Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft, sondern aus unbeugsamem Willen.“ (Mahatma Gandhi)

Umherwirbelnde Blätter als Sinnbild unseres inneren Chaos

Mittlerweile ist es November, und ich bin dieses Jahr sehr fasziniert, wie bunt und leuchtend die Bäume immer noch aussehen. Umherwirbelnde Blätter erinnern mich täglich an durch die Luft fliegendes Konfetti. Und gerade in den letzten Wochen wurde mir von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Geschichten immer wieder erzählt, wie wild und wuselig sich ihr Leben gerade anfühle. Wie umherwirbelnde Blätter.

Die Dualität des Lebens

Zerrissen, traurig und schnelllebig scheint die Alltagsenergie zu sein. Nicht, dass alles nur traurig wäre, aber so richtig fröhlich und befreit erlebe ich momentan die wenigsten. Und natürlich kenne auch ich diese Momente, in denen ich mir die Decke am liebsten ganz über den Kopf ziehen möchte. Wenn ich davon erzähle, dann sind viele irritiert. Es wird wohl davon ausgegangen, dass ich 24 Stunden die gut gelaunte Ruhe selbst sein müsste. Aber solange wir auf dieser Welt inkarniert sind leben wir alle in der Dualität, die uns, egal wie spirituell wir sind, immer wieder mit neuen Aufgaben konfrontiert.

Inneres Wachstum als Lebensaufgabe

Das innere Wachstum hört nie auf, und das ist auch gut so. Denn wenn wir es mal positiv betrachten, dann haben wir dieses Leben geschenkt bekommen, um uns zu entwickeln und unsere Seele weiterzubringen. Wenig Zeit für große Aufgaben. Je neugieriger wir die täglichen Herausforderungen anschauen, umso spannender und transformierender können wir sie erleben.

Was unsere Yogapraxis mit dem Alltag zu tun hat

Tatsächlich ist dabei die regelmäßige Yogapraxis hilfreich. Wir lernen auf der Matte bewusst zu atmen. Außerdem werden wir mit Haltungen konfrontiert, die innerlich und äußerlich etwas mit uns machen. Das bedeutet, dass jede Haltung (Asana) Gefühle in uns auslöst. Auf einige Haltungen freuen wir uns. Anderen stehen wir mehr als skeptisch gegenüber. Wir haben vielleicht Angst, dass wir uns verletzen könnten. Oder wir werden durch die Haltungen an Lebensumstände erinnert. Es kann auch sein, dass wir sie einfach nur nicht als angenehm genug empfinden. Genau diese Haltungen enthalten jedoch viel Potential für unser Wachstum.

Der Handstand – eine herausfordernde Asana

Ich erinnere mich dabei an meinen ersten Handstand in einer meiner ersten Yogastunden. Als die Ansage kam, wir mögen unsere Hände bitte auf der Matte platzieren und uns entspannt in die Höhe schwingen, da hätte ich meine Matte am liebsten sofort für immer eingerollt. Ich entschied mich zu bleiben. Schritt für Schritt habe ich mich letztendlich mit der Asana auseinandergesetzt.

Das Kultivieren einer entspannten Geisteshaltung

Der Handstand gehört bis heute nicht zu meinen Lieblingshaltungen. Aber das sieht beim Hemdenbügeln ähnlich aus, und trotzdem mache ich es. Innehalten, die Ruhe bewahren,  loslassen und dann tun, was zu tun ist. Moment für Moment. Die Kunst besteht dabei nicht darin, im Handstand oder einer anderen für uns spektakulär empfundenen Haltung zu stehen, sondern eine entspannte Geisteshaltung zu kultivieren. Das Leben zu meistern und das beste aus jedem Moment machen, das ist es, was zählt. Und dankbar für jeden Moment zu sein, den wir erleben dürfen. Wenn wir dann durch die tanzenden Blätter erinnert werden, dass es nun langsam Winter wird, dann können wir uns entscheiden. Ob wir dem Sommer nachtrauern oder dankbar für die bunten Farben und das goldenen Licht sein wollen.

Ein herbstliches Namasté

Author: Michaela Wendt
Tags: Yoga