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Taping

Veröffentlicht am:

„An ankle sprain is going to occur whether it’s taped or not. What taping is going to prevent is its severity.“ (Jeff Chambers)

Kinesiotape – was ist das?

Kinesiotapes sind die bunten Klebestreifen, die man vermehrt im Fernsehen bei den Leistungssportlern sieht. Ursprünglich wurden sie von Dr. Kenzo Kase in den 70er Jahren in Japan entwickelt. Der Begriff kinesiologisches Tape setzt sich aus Kineses=Bewegung und Tape=Band zusammen. Es besteht aus einem Baumwollmaterial und enthält zu 100% Acrylkleber. Außerdem sind kleine sinusförmige Aussparungen zu erkennen, die den Luft- und Flüssigkeitsaustausch gewähren. Das Tape hat dieselbe Elastizität und Dicke wie die menschliche Haut, so dass es sich besonders gut an jede natürliche Bewegung des Körpers anpasst. Üblicherweise bleibt das Kinesiotape vier bis sieben Tage auf der Haut kleben und ist wasserfest und hypoallergen.

Taping – wann und wie hilft es?

Je nachdem, welche Beschwerden behandelt werden sollen, werden verschiedene Anlagen getapt (siehe unten). Da das Tape sich in Längsrichtung auf 130-140% seiner Ursprungslänge dehnen lässt, sind stabilisierende Anlagen für funktionelle Störungen des Bewegungsapparates möglich, aber auch die Zirkulation verbessernde Tapeauflagen. Diese wiederum bessern die Regeneration verletzter Gewebe. Auch eine  schmerzsenkende Wirkung wird dem Tape zugesprochen, da es die Mechanorezeptoren in Haut, Sehnen und Bändern stimuliert und somit Schmerzreize zum Hirn überlagert. Diese Anlagen, z.B. das sogenannte Star-Tape, werden klassischerweise ohne Auszug aufgebracht. Weitere Anwendungen betreffen den venösen und lymphatischen Rückfluss und können Ödeme, also Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, vermindern. Zu kaufen gibt es das Tape in vielen verschiedenen Farben, wobei es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber gibt, ob die verschiedenen Farben tatsächlich zusätzlich zu den allen Tapes zugesprochenen auch noch unterschiedliche Wirkungen aufweisen.

Taping – verschiedene Techniken

Im Folgenden möchten wir die unterschiedlichen Tapeanlagen aufführen:

Muskeltechnik: Diese Form des Tapens nimmt Einfluss auf das Tonusverhalten des Muskels, und Myogelosen oder Muskelzerrungen können eine positive Beeinflussung erfahren.

Ligamenttechnik: Diese Anbringung entlastet und unterstützt Sehnen und Bänder.

Korrekturtechnik: Bei funktionellen Fehlstellungen wie z.B. Hallux valgus oder Patellafehlstellung wirkt diese Anlage bestenfalls korrektiv.

Lymphtechnik: Bei lymphatischem Stau oder großen Hämatomen hilft diese Technik oftmals, den Lymphfluss zu verbessern.

Neben den genannten Anlagen gibt es die En bloc-Technik, die Faszientechnik, die Neuraltechnik und die Kombitechnik. Viele dieser Anlagen sollen vor allem schmerzdämpfend wirken. Dahingehend kannst du das Taping dafür verwenden, Schmerzmedikamente einzusparen. Oder als Alternative zu Schmerzmitteln, wenn diese nicht zum Einsatz kommen können, z.B. weil die Patientin schwanger ist.  Abschließend lässt sich sagen, dass das Tape eine tolle Ergänzung ist, um die Therapieerfolge zu untermauern.

Taping in Verbindung mit anderen Therapien

Sehr häufig findet das Taping Anwendung in Verbindung mit anderen Therapien. Es unterstützt durch die Stimulation der Mechanorezeptoren die Propriozeption oder „Selbstwahrnehmung“, weswegen es sehr gut mit osteopathischen Anwendungen kombiniert werden kann. Dahingehend ähnelt es nämlich mit der Hand ausgeführten Behandlungstechniken, die ebenfalls auf die Funktion von Mechanorezeptoren abzielen. Auch mit der traditionell chinesischen Medizin kann man Tapen gut kombinieren, indem es gezielt auf Akupunkturpunkte oder ganzen Energieleitbahnen angebracht wird.

Fazit

Taping ist eine ungefährliche, weil nebenwirkungsarme Therapie, die du exzellent mit anderen Therapieansätzen kombinieren kannst. Es kostet nicht die Welt und macht zudem auf dem Sportplatz oder im Fitnessstudio eine Menge Eindruck. Apropos: Wenn du mehr zur Verbindung von Training und Therapie lernen möchtest, schau doch mal in diesen Artikel: Osteopathie und Training.

Diesen Artikel hat Osteopathin Liske Brakel-Ollenschläger geschrieben, die ebenfalls Physiotherapeutin ist und daher Tapen des Öfteren ergänzend zu ihren osteopathischen Behandlungen anwendet. Wenn du von Liskes vielseitiger Behandlungskompetenz profitieren möchtest, dann schaue gerne einmal hier nach einem Termin.