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Advent, Advent…

Veröffentlicht am: 30. November 2018

Advent creates people, new people.
(Dietrich Bonnhoefer)

Morgen ist es soweit und der Advent beginnt. Als Kinder haben meine Schwester und ich uns immer so sehr auf diese besonderen Wochen im Jahr gefreut. Morgendliche Adventsgeschichten am Frühstückstisch, Clementinenduft im Haus und Mamas selbstgemachter Adventskalender. Zwei größere Holzplatten waren von meiner Mutter mit rotem und blauem Filz bezogen und mit liebevollen Filzmotiven beklebt. An kleinen goldenen Ringen hingen für jede von uns 24 schön eingepackte Päckchen. In der Nacht auf den ersten Dezember wurden sie in unserem Zimmer aufgehängt, während wir schliefen. Meine Schwester und ich stellten uns immer vor, dass es die Engel des Weihnachtsmanns waren. Es hatte etwas Magisches und die kleinen Köstlichkeiten schmeckten besonders.
Nun mache ich seit 16 Jahren Adventskalender und freue mich jedes Jahr sehr, dieses besondere Gefühl weitergeben zu dürfen.
Wie kleine Schätze werden die Päckchen von unseren Söhnen immer behandelt und das glitzernde Papier zum Teil aufbewahrt.

Nächstenliebe – eine Frage des Alters?

„Sind eure Jungs aus dem Alter nicht langsam raus?“, fragte mich vor einigen Wochen eine Bekannte. Ich musste an diesem Abend lange über diese Frage nachdenken. Nicht, ob es diese Jahr wieder 48 Päckchen geben sollte, sondern darüber, wer eigentlich bestimmt, wann wir keine Kinder mehr sind. Freuen wir uns nicht, wenn uns ein Kaffee, Tee oder leckeres Essen zubereitet wird? Entspannt nicht schon der Gedanke, dass uns die Wärmflasche im Bett erwartet? Vorbereitet von einem lieben Menschen? Pausenbrote schmecken in jedem Alter gleich viel köstlicher, mit dem Gedanken, dass sich Mama, Papa oder ein anderer lieber Mensch morgens um 6 Uhr Gedanken um einen gemacht hat. Als ich vor ein paar Tagen viel zu spät das Haus verließ, hatte mein lieber Mann die Windschutzscheibe meines kleinen Autos schon von einer frostigen Schicht befreit… was für eine Freude.

Das innere Kind

Es ist ja nicht so, dass wir unseren Alltag nicht auch alleine meistern könnten, aber mein inneres Kind wird in diesen Momenten immer sehr berührt. Weil ich finde, dass es egal ist ob wir 5, 15, 45 oder 95 Jahre alt sind, um liebevoll bedacht und überrascht zu werden. Wir sollten nie zu alt sein, um uns ein Lächeln ins Gesicht und in unser Herz zaubern zu lassen. Gerade in diesen unruhigen Zeiten ist es meiner Meinung nach wichtiger denn je. Wenn wir es schaffen das innere Kind eines anderen zu berühren, dann geben wir ihm mehr als nur eine warme Mahlzeit oder die Möglichkeit, auf einer schon ausgerollten Matte, Yoga zu üben.
Wir zeigen unseren Mitmenschen viel mehr, dass wir sie wertschätzen, sehen und lieben. Das wir die Vernunft  außer Acht lassen und dafür Möglichkeiten schaffen, die das innere Kind zum Lachen bringen und die Seele tanzen lassen.

Ein bisschen schmunzeln musste ich dann, als ich die besagte Bekannte vor ein paar Tagen beim Einkaufen wiedersah. Sie war noch auf der Suche nach ein paar letzten Kleinigkeiten für den Adventskalender ihres Mannes…
ein adventliches Namasté,
Michaela Wendt

Author: Michaela Wendt
Tags: Yoga