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Eltern-Kind-Bindung in der Osteopathie

Veröffentlicht am:

„There is no job more important than parenting.“ (Benjamin Carson)

Eltern-Kind-Bindung

Die Erfahrungswelt eines Säuglings oder kleinen Kindes ist geprägt von der Verbindung zu den wichtigsten Bezugspersonen. Dies sind meist die Eltern, insbesondere die Mutter. Sie gibt dem kleinen Wesen die Sicherheit und Wärme, die es braucht, um sich in dieser großen neuen Welt wohl zu fühlen. Diese Bindung ist so essentiell, dass sich die Kleinen gerne laut beschweren, wenn sie fehlt. Mit gutem Recht, denn ohne Sicherheit kann sich kein Kind entfalten und entwickeln. Es gibt verschiedene Gründe, wie die Mutter-Kind-Bindung zum Thema in der osteopathischen Behandlung werden kann. Im Folgenden möchten wir zwei mögliche Szenarien vorstellen, die uns des Öfteren begegnen.

Eltern-Kind-Bindung im osteopathischen Kontext: Fallbeispiel 1 – Anamnese

Eine Mutter kommt mit ihrem Säugling zu uns in die Praxis. Bereits in den ersten fünfzehn Minuten fällt auf, dass die Mutter mit vielen Dingen beschäftigt ist, jedoch weniger mit den Bedürfnissen ihres Babies. Der Säugling bemerkt dies natürlich und fängt je nach Entwicklungsstand an zu schreien oder zu quengeln. Auf die Frage nach den Symptomen, die in die osteopathische Praxis geführt haben, bestätigt die Mutter eine gewisse Unruhe, häufiges Schreien und/oder Schwierigkeiten, in den Schlaf zu kommen. Mit zunehmendem Alter des Kindes kommt es häufig vor, dass die Mutter von Bauchschmerzen oder Verspannungen berichtet. Dies kann von Seiten des Kindes den unbewussten Versuch darstellen, die Aufmerksamkeit und die Liebe der Mutter bzw. der Eltern zu bekommen.

Eltern-Kind-Bindung im osteopathischen Kontext: Fallbeispiel 1 – Behandlung

Eine Behandlung beinhaltet im ersten Fallbeispiel für den behandelnden Therapeuten neben dem Kontakt zu dem kleinen Patienten auch den Einbezug der Mutter hinsichtlich der Bindung zu ihrem Nachwuchs. Hier gilt es in erster Linie zuzuhören und zu beobachten, um im Anschluss die Beobachtungen zu teilen. Selbstverständlich ist es wichtig, behutsam und wertschätzend vorzugehen. Die Macht, die Eltern als Erziehungsberechtigte über ihre Kinder haben, darf nicht missbraucht werden, die Kinder nach den eigenen Maßstäben zu formen bzw. entsprechend der eigenen Bedürfnisse zu manipulieren. Vielmehr hat jedes Kind bereits alles, was es braucht, um sich in dieser Welt zu entwickeln und vermag dies auch zu äußern. Im Säuglingsalter beispielsweise durch Schreien bzw. Quengeln, später dann in Form von körperlichen Symptomen. Dennoch tun die meisten Eltern alles, was sie tun, im besten Wissen und Gewissen, weshalb wir ihnen niemals übergriffig im Sinne von belehrend gegenüber treten sollten.

Eltern-Kind-Bindung im osteopathischen Kontext: Fallbeispiel 2 – Anamnese

Die Eltern kommen mit ihrem Säugling zu uns in die Praxis. Sie berichten, dass das Kind oft unter Bauchschmerzen leide und sich häufig mit Krämpfen quäle. Diese würden das Familienleben schwierig gestalten, weil die Eltern nicht wissen, wie sie dem Kind adäquat helfen können. Im Laufe der Anamnese, die selbstverständlich auch Fragen zur aktuellen Situation der Eltern beinhaltet, stellt sich dar, dass besonders der Vater aktuell sehr unter einer inneren Anspannung leidet. Der Säugling spürt den Stress und entwickelt in der Folge Bauchschmerzen, die die Eltern veranlassen, mit dem Kleinen zum Osteopathen zu gehen.

Eltern-Kind-Bindung im osteopathischen Kontext: Fallbeispiel 2 – Behandlung

Eine Behandlung beinhaltet im zweiten Fallbeispiel für den behandelnden Therapeuten neben dem Kontakt zu dem kleinen Patienten auch den Einbezug des Vaters bzw. der Eltern hinsichtlich ihres eigenen aufgestellt Seins, sowohl auf der körperlichen als auch auf der geistig-seelischen Ebene. Hier gilt es in erster Linie darauf hinzuweisen, dass die elterliche Gefühlslage sich auf den Säugling auswirken kann. Den meisten Eltern ist nämlich nicht bewusst, dass sich ihre Emotionen in ihren Kindern widerspiegeln können. Im genannten Beispiel überträgt sich die Anspannung des Vaters auf das Kind. Da dieses sein Unwohlsein noch nicht sprachlich ausdrücken kann, kommt es zu körperlichen Symptomen. Selbstverständlich ist es auch in diesem Fall wichtig, empathisch mit den Eltern zu sprechen und ihnen nahe zu legen, sich auch selbst behandeln zu lassen. Je entspannter die Eltern, desto entspannter das Kind. Aus diesem Grund kann Osteopathie für alle Familienmitglieder angezeigt sein.

Bindung durch Resonanz

Beide Beispiele machen deutlich, dass die Symptomatik der Kleinsten oftmals unmittelbar im Zusammenhang stehen mit den Themen, die die Eltern mit sich tragen und im Rahmen einer ausführlichen Anamnese kundtun. Es kommt nicht selten vor, dass Kinder mit der Übernahme von Symptomen der Eltern versuchen, eine Bindung zu ihren wichtigsten Bezugspersonen aufzubauen. Bindung entsteht nämlich unter anderem durch Resonanz. Über ihre körperlichen Symptome sagt der Nachwuchs quasi: „Schaut her, ich spüre euch. Nehmt mich war, ich brauche euch!“ Dies zu erkennen, darin liegt die große Chance einer ganzheitlichen Betreuung der kompletten Familie. Unserer Erfahrung lassen sich damit großartige Erfolge erzielen, die die Symptome hinfällig machen und das familiäre System bzw. die familiäre Interaktion nachhaltig positiv beeinflussen.

In der Heil- und Chiropraxis werden Menschen jeden Alters osteopathisch behandelt. Wer mehr zu Kinder-Osteopathie lesen möchte, für den geht es hier entlang.