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Unsere Gesundheit geht uns alle an

Veröffentlicht am: 10. Mai 2019

„Dein Körper kann fast alles schaffen. Es ist dein Geist, den du überzeugen musst.“ (unbekannt)

Symptombekämpfung statt Ursachenerhebung

Für jedes Weh ein Mittelchen. Wir sind es gewohnt, bei der kleinsten Unpässlichkeit etwas zu schlucken, zu salben oder zu tropfen. Dadurch rückt die Bereitschaft, etwas besser auf den eigenen Körper zu achten, oftmals in den Hintergrund. Das Gesundheitssystem in Deutschland oder insgesamt in der westlichen Welt ist geprägt von dem Glauben an die Symptombekämpfung. Kaum ein Arzt hat die Zeit, sich mit dem Menschen allumfassend zu beschäftigen und Ursachen für Erkrankungen auf den Grund zu gehen. Fraglich ist in diesem Zusammenhang, inwieweit die Pharmaindustrie, die maßgeblich an der Ausbildung unserer Ärzte beteiligt ist und mit ihren Vorgaben zu Behandlungsmöglichkeiten Richtlinien vorgibt, ein wahres Interesse an der Gesundheit der Bevölkerung hat. Fakt ist, dass die Leitlinien zur Behandlung bestimmter Erkrankungen ehemals als Hilfestellung für Ärzte gedacht war. Diese sollten sie darin unterstützen, die denkbar beste Behandlung für den Patienten zu bieten. Heute sind diese Leitlinien verbindlich, und ein Arzt begibt sich in Gefahr, wenn er diesen „Empfehlungen“ nicht folgt. Oft sind ihm also einfach die Hände gebunden.

Eigenverantwortlichkeit bei der Gesundheitsfürsorge

Vielleicht haben wir schlicht verlernt, eigenverantwortlich mit uns umzugehen. Im Kontext eines vielschichtigen Alltags mit unterschiedlichen Herausforderungen fällt es vielen von uns schwer, eine Balance zu finden, in der Gesundheit einen Stellenwert hat. Wer kann es sich heute schon leisten, bei Krankheit das Bett zu hüten? Die Kollegen zusätzlich zu belasten, zu riskieren, die Chefetage ungnädig zu stimmen und sich damit auf die Abschussliste zu setzen? Schon unsere Kinder sind einem starken Druck ausgesetzt, Leistung zu erbringen. Eine finanziell erfolgreiche Zukunft und damit eine erhoffte Sicherheit zu etablieren scheint viel wichtiger, als den Menschen als Individuum mit besonderen Fähigkeiten und Grenzen wertzuschätzen.

Gesundheit im Alltag

Unsere Gesundheit erhalten wir oder erlangen wir jedoch nur durch einen gesunden Lebensstil zurück, der Bewegung, gesunde Ernährung und einen Ausgleich zwischen An- un und Entspannung gewährleistet. Achtsamkeit wird heute in den Burnout-Kliniken (wieder neu) gelernt und als eines der wichtigsten Tools zur Rehabilitation vermittelt, weil viele von uns es verlernt haben, achtsam mit sich und den eigenen Bedürfnissen umzugehen. Was heißt das aber für unseren Alltag: Bin ich mir meiner Beweggründe stets bewusst? Spüre ich, wo meine Grenzen sind? Darf ich mir wichtig sein? Wie fühlt sich was an? Was brauche ich? Tue ich mir Gutes? Weiß ich überhaupt noch, was mir gut tut? Wie selbstbestimmt bin ich denn überhaupt?

Flucht ins Außen

Sind wir immer im Außen unterwegs, bei der Arbeit, in der Zukunft oder Vergangenheit und selten bis nie mit und bei uns im Hier und Jetzt, dann laufen wir Gefahr, uns von unserem Wesenskern zu entfernen. Klaus Blaser beschreibt dies sehr einfühlsam in seinem Buch „So bin ich, und du bist anders“. Er sagt darin, dass wir unser Inneres mit einem Garten vergleichen können. Ist dieser Garten lange verlassen, ungepflegt und verwahrlost, so hat er irgendwann keine angemessene Begrenzung mehr, die anderen das Eintreten zu leicht oder zu schwer macht. Dann fühlen wir uns dort nicht mehr wohl. Ergo sind wir nicht gerne an diesem Ort und flüchten uns immer wieder ins Tun, Müssen und Wollen.

Krankheit als Chance

Zu einer nötigen Kehrtwende zwingt uns dann manchmal eine Krankheit. Unsere Belastbarkeit, die körperliche Kompensationsfähigkeit ist ausgereizt, die Selbstheilungskraft blockiert und erschöpft. Wir finden uns in unserem verwilderten Garten wieder und haben jetzt die Chance, diesen schön zu machen. Überflüssiges entfernen, Zugewachsenes befreien und einen Zaun oder eine Hecke um unseren Garten ziehen, der unser eigenes Maß an Abgrenzung darstellt. Wir entscheiden wieder intuitiv, wer in den Garten hinein darf, wen wir einladen möchten, wer draußen bleiben muss, und wieviel Zeit wir dort in Ruhe brauchen. Diesen Ort zu einem Refugium zu machen, in dem wir auftanken und Anlauf nehmen können für Ausflüge in die turbulente Welt, an der wir natürlich teilhaben möchten, rückt wieder in unseren Fokus.

Stressmanagement: It’s all about lifestyle

Es braucht nicht erst ein Zusammenbruch oder eine Krankheit aufzutreten. Wir dürfen heute, jetzt anfangen zu entschleunigen, uns unseren Bedürfnissen gewahr zu werden und Schritte in ein persönlich passendes Tempo zurückzufinden. Der Körper ist ein Wunder an Regenerationsfähigkeit und wartet nur darauf, die richtigen „Mittel“ an die Hand zu bekommen, um Selbstheilung zu betreiben. Diese „Mittel“ sind ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, maßvolle und gesunde Ernährung mit einer entspannten Esskultur und das Regulieren von Stress und Entspannung. Auf diesen Säulen fußt Gesundheit. Sind die Säulen marode, so bringt eine „Reparatur“ im Sinne einer Lebensstilveränderung häufig eine immense gesundheitliche Verbesserung.

Achtsame Selbstwahrnehmung

Bemerke ich Verspannungen, Verdauungsstörungen, innere Unruhe, Hautauffälligkeiten, Müdigkeit, Kopfweh, Schlafstörungen und Stimmungswechsel oder was auch immer, so sollte ich dies ernst nehmen. Symptome jeglicher Art sollten mein Wegweiser sein bzw. Signale genau wahrzunehmen, was gerade nicht so läuft wie es sollte. Und anstatt jetzt eine Pille zum Deckeln dieses inneren Alarms einzuschmeißen, übe ich mich in achtsamer Wahrnehmung. Mit etwas Geduld und den richtigen Maßnahmen wird dann vieles wieder besser werden!

Medikation als vorläufige Unterstützung – Verantwortungsübernahme als langfristiges Tool in der Gesundheitsfürsorge

Es wäre falsch zu sagen, dass wir nie wieder Tropfen, Salben oder Pillen brauchen. Für vieles können wir der Schulmedizin mehr als dankbar sein, denn um es klar zu benennen: Sie rettet Leben! Als Notfallmedizin möchten wir ganz klar nicht auf sie verzichten. Vieles braucht jedoch Zeit, um wieder in eine gute Regulation zu finden, die dann im besten Falle langfristig Medikamente überflüssig macht. Auch in der Naturheilkunde behelfen wir uns selbstverständlich mit Mitteln. Diese wirken jedoch nicht symptomunterdrückend, sondern unterstützen die Selbstheilungskräfte und können uns so zu mehr Gesundheit führen. Eine Dauermedikation ist in manchen Fällen nicht mehr rückgängig zu machen. Dennoch können wir immer vieles „nebenher“ machen oder aber unterlassen. Unsere Vorfahren haben uns dies vorgemacht und wussten es wohl oftmals besser als wir heute.

Unsere Gesundheit geht uns an

Im Praxisalltag fällt uns auf, dass Gesundheit für viele ein relativ selbstverständliches Gut zu sein scheint – solange bis sie abhanden kommt. In die Gesundheit investieren die meisten erst dann Geld, wenn es gar nicht anders geht. Und auch dann oftmals nur widerwillig. Für ein selbst bestimmtes Leben ist es jedoch unabdingbar, dass wir Verantwortung auch in gesundheitlichen Fragen übernehmen, uns diesbezüglich selbst ermächtigen. Wir sollten uns erlauben, Fragen zu stellen, wenn Fragen auftauchen. Und unbequem zu sein, bis wir die nötigen Informationen zur Verfügung haben, um eigene Schritte zu tun.

Author: Alexander Mallok
Tags: Selbstfürsorge