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Kommunikation in der Therapie

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„Wer auf andere Leute wirken will, der muss erst einmal in ihrer Sprache mit ihnen reden.“ (Kurt Tucholsky)

Durch verbale und non-verbale Kommunikation in Resonanz gehen mit dem Patienten

Der Erstkontakt bzw. die Kommunikation (auch non-verbal) bei der ersten Begegnung mit dem Patienten entscheidet unserer Erfahrung nach maßgeblich über den Erfolg einer Therapie. Wie gestalte ich die Aufnahme am Empfang? Welche Ansprache wähle ich, um ihn mit den Gepflogenheiten der Praxis vertraut zu machen? Wie trete ich als Osteopath dem Patienten gegenüber auf, d.h., wie begrüße ich ihn, und wie reagiert der Patient darauf? Was nehme ich an dem Patienten wahr? Und was spiegelt er mir vielleicht, wie er mich wahrnimmt? Es ist in jedem Fall essentiell wichtig, dem Patienten auf Augenhöhe zu begegnen und ihn zu sehen. Sehen nicht nur im Sinne von ihn optisch, sondern im Sinne von in seiner Ganzheit wahrnehmen. Als Osteopath gehe ich in Resonanz mit dem Patienten und versuche wahrzunehmen, wie er sich sowohl körperlich als auch emotional zeigt. Sucht er Blickkontakt, und kann er ihn halten? Welchen Ausdruck hat er in seinen Augen? Wie ist seine Körperhaltung? Um nur einige Beispiele zu nennen.

Warum der erste Kontakt so wichtig ist

Das Kennenlernen ist der erste und somit wichtigste Moment, um Vertrauen zu dem Patienten aufzubauen. Das beginnt am Empfang und findet seine Fortführung im Behandlungsraum. Manche Menschen steigen sofort offen in eine Kommunikation ein, andere verhalten sich eher zurückhaltend und vermitteln klar das Bedürfnis, in Ruhe gelassen werden und erst einmal ankommen zu wollen. Dem mit Respekt zu begegnen und angemessen darauf zu reagieren ist die Aufgabe sowohl vom Empfangsteam als auch vom behandelnden Therapeuten. Mit Beginn der Behandlung ist dieser besonders achtsam mit sich und der Energie des Patienten. Er agiert nicht übergriffig, sondern gibt dem Patienten vielmehr den Raum, den er für sich benötigt. Das heißt, der Osteopath nimmt wahr und respektiert, was für den Patienten an körperlicher Berührung in Ordnung ist, aber auch, was er im Gespräch mitteilen möchte und was eher nicht. Die Grenzen des Gegenübers zu achten entscheidet maßgeblich darüber, ob der Patient sich fallen lassen kann oder nicht – eine wichtige Voraussetzung für eine gelingende Therapie.

Vertrauen als Basis für eine gelingende Therapeut-Patient-Beziehung

Ist der Erstkontakt für Therapeut und Patient positiv verlaufen, so steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit erst einmal nichts im Wege. Im Laufe der folgenden Behandlungen wird sich nach und nach bestenfalls eine tragende Vertrauensbasis entwickeln bzw. verfestigen, auf der beide gemeinsamnan den Themen des Patienten arbeiten und ein individuell-ganzheitliches Therapiekonzept entwickeln können. Viele Menschen, die zum Osteopathen gehen, sind schon durch alle Instanzen der Schulmedizin gegangen und haben dort wenig Zuwendung erfahren. Daher ist es nicht selten ungewohnt für Patienten, beim Osteopathen sowohl angehört zu werden als auch Wertschätzung zu erfahren. Manche Menschen sind im ersten Moment skeptisch und brauchen tatsächlich erst einmal ein wenig Zeit, um sich auf das osteopathische Setting einzulassen.

Ehrliche Kommunikation als wichtiger Faktor in der Therapie

Ein wichtiger Grundsatz für die laufende Therapie ist Ehrlichkeit im Umgang miteinander. Sowohl der Patient als auch der Osteopath sollten stets ehrlich sein und umgehend äußern, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt. Das kann auf der emotionalen, aber auch auf der körperlichen Ebene sein. Das heißt es kann es sich um ein zwischenmenschliches Vorkommnis handeln oder aber um ein therapeutisches Vorgehen, das das Verhältnis belastet und/oder die Compliance auf Seiten des Patienten in Frage stellt. Unter Compliance wird die Mitarbeit bzw. Therapietreue eines Patienten verstanden, z.B. in Bezug auf eine verlässliche eigenverantwortliche Gesundheitsfürsorge.

Achtsame Kommunikation im therapeutischen Kontext

Achtsamkeit ist ein weiterer wichtiger Eckpfeiler in einem ganzheitlichen Therapie-Setting. Der Patient steht dem Patienten zur Seite und begleitet ihn auf seinem Weg. Er gibt dem Patienten Tipps für den Alltag, wie er (noch) besser für sich sorgen und achtsamer mit sich selbst sein könnte. Hier können Übungen, Ernährungstipps oder Meditationsanleitungen dienlich sein. Der Osteopath ist kein Heiler, sondern versteht sich als ein Begleiter für den Patienten. Dies sollte er zu Beginn klar formulieren, um zu vermeiden, dass sich ein Abhängigkeitsverhältnis entwickelt. Zum Osteopathen kommt der Patient üblicherweise einmal im Moment, um den aktuellen körperlichen Status überprüfen zu lassen bzw. Blockaden loszuwerden. Zwischen den Terminen ist er im Grunde genommen für sich selbst verantwortlich, was richtig und wichtig ist, denn am Ende ist es die Intention eines ganzheitlichen Therapeuten, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, damit er achtsam mit sich selber sein und gut für sich sorgen kann.

Magnus Wegener, Heilpraktiker und Osteopath, hat viel Erfahrung im Umgang mit Patienten, zunächst als Physiotherapeut und später dann als Osteopath. Neben den fachlichen Standards sind die hier beschriebenen sozialen Skills wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Wenn du mehr zur Osteopathie wissen möchtest, dann lies gerne hier weiter.

Marret Vögler-Mallok ist Marketing-Managerin in der Heil- und Chiropraxis und schreibt auf diesem Blog über unterschiedliche Gesundheitsthemen, vor allem im Bereich Mindset. Hier kannst du beispielsweise einen Artikel zum Thema „Gesundheit und was sie uns wert ist“ lesen.

Für alle an Osteopathie-Interessierten findest du hier ein spannendes Interview zum Thema Osteopathie, das Alexander Mallok mit dem Kollegen Stefan Rieth geführt hat.