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Reflexintegration

Veröffentlicht am:

„Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich sicher, dass ich es schaffe.“ (Pippi Langstrumpf)

Reflexintegration: Was sind frühkindliche Reflexe?

Frühkindliche Reflexe (Urreflexe) sind wichtige genetisch festgelegte Bewegungsmuster, die bis zum zweiten Lebensjahr wichtig für die motorische Entwicklung des Kindes sowie den kindlichen Umgang mit Reizen sind. Besonders im ersten Lebensjahr muss die Muskelspannung aufgebaut werden, damit das Kind sich aufrichten, stehen und gehen kann. Ebenso wichtig ist das Training der Grob- und Feinmotorik, der Augen-, Zungen und Lippenmuskulatur, denn damit hängt unmittelbar die Sprachentwicklung und die Lese- und Schreibfähigkeit zusammen.

Entwicklungsverzögerungen bei nicht integrierten frühkindlichen Reflexen

Zu Entwicklungsverzögerungen kann es kommen, wenn die frühkindlichen Reflexe nicht plangemäß ausgeführt werden konnten und reflexartige Restmuskelbewegungen aktiv bleiben. Diese Entwicklungsverzögerungen umfassen unter anderem:

– fehlende Impulskontrolle, Wutanfälle
– schlechte Körperkoordination
– Ungeschicklichkeit
– Gleichgewichtsstörungen und Höhenangst
– Zähneknirschen, Verspannungen
– schlechte Fein- und/oder Grobmotorik
– ständiger Bewegungsdrang, nicht stillsitzen können
– schlechte Sprachentwicklung, unverständliches Sprechen, Lispeln
– Lernschwierigkeiten
– ADS- und ADHS-Symptome
– verkrampfte Stifthaltung
– Licht- und Geräuschempfindlichkeit

Außerdem kann eine Lese-Rechtschreib-Schwäche mit nicht integrierten Reflexen assoziiert werden. So lässt sich sagen, dass in nahezu 100 Prozent der Fälle bei Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) mindestens ein frühkindlicher Reflex aktiv ist.

Reflexintegration als ursachenorientierte Therapie

Klassischerweise geraten betroffene Kinder in einen Kreislauf, der die Symptome bekämpft. Die typischen Anlaufstellen sind Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, später dann die Schülernachhilfe. Alle diese Möglichkeiten sind in aller Regel symptomorientiert. Eine wundervolle und sehr effektive Möglichkeit der ursachenorientierten Therapie ist die sogenannte Reflexintegration. Hierbei werden mit Hilfe verschiedener Elemente die frühkindlichen Reflexe „integriert“, so dass sie nicht länger aktiv sind. Dies hat zur Folge, dass alle Symptome, die mit dem jeweiligen Reflex in Verbindung stehen, verschwinden können. Eine Ursache kann übrigens viele Symptome hervorbringen, so dass mit der Integration eines frühkindlichen Reflexes eventuell schon viele Symptome abgestellt werden können, die sonst mehrere verschiedene Therapien nötig machen würden. Ist die Ursache beseitigt, dann können auch in Zukunft keine neuen Symptome aus ihr hervorgehen.

Reflexintegrationstraining (RIT)

Es gibt einen Fragebogen, der starke Hinweise darauf geben kann, ob frühkindliche Reflexe aktiv sind. Dieser wird von einem zertifizierten RIT-Trainer ausgewertet und anschließend ein erster Termin vereinbart. Das Reflexintegrationstraining dauert zwischen 6 und 12 Monaten und findet einmal im Monat zu individuellen Terminen statt. In jeder Trainingsstunde wird zunächst einmal geprüft, ob ein frühkindlicher Reflex (14 Stück im Laufe des gesamten Trainingsprogramms) aktiv ist. Sollte dies der Fall sein, so wird er integriert, und es werden aktiv Übungen gemacht, die dann in den nächsten 4 Wochen täglich eigenmächtig durchgeführt werden müssen (Zeitaufwand etwa 10 bis 15 Minuten).

In der Heil- und Chiropraxis Alexander Mallok bietet Coach und Experte für Reflexintegration Stefan Polten ein individuelles Reflexintegrationstraining an. Er hat für Interessierte eine Podcast-Episode zur Reflexintegration aufgenommen, die es sich anzuhören lohnt. Auch dieser Text wurde von ihm verfasst.

Reflexintegrationstraining (RIT) für Erwachsene

Auch Erwachsene können aktive frühkindliche Reflexe haben. In der Regel lernt der Mensch im Laufe seines Lebens, mit viel Energie den aktiven Reflexen entgegenzuwirken, so dass sie für den Einen oder Anderen nicht mehr so offensichtlich sind. Dennoch kostet dies viel Energie, und diese steht an anderer Stelle im Leben nicht zur Verfügung. Es ist also nie zu spät, seine frühkindlichen Reflexe zu integrieren und sein Leben dadurch zu verbessern.

Wer mehr dazu lesen möchte, warum Gesundheit immer unsere Entscheidung und somit ein aktiver Prozess ist, der liest gerne hier einmal weiter.

Author: Alexander Mallok
Tags: Coaching