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Kindercoaching

Veröffentlicht am:

„Man kann einen Menschen nichts lehren. Man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“ (Galileo Galilei)

Häufige Fragen in Bezug auf Kindercoaching

Immer wieder werde ich gefragt:

Ist Coaching das Richtige, wenn mein Kind Bauchschmerzen hat?
Was ist beim Kindercoaching anders als bei Erwachsenen?
Woran merke ich, dass das Coaching etwas geändert hat bei meinem Kind?
Wie viele Coaching-Sitzungen benötigt mein Kind?
Welche Methoden werden im Kindercoaching benutzt?
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Coaching und Therapie?

Dieser Blogartikel dient dazu, auf die vorangegangenen Fragen (nicht zwingend in der angeführten Reihenfolge) einzugehen und somit allen interessierten Leser/- innen das Thema Kindercoaching näher zu bringen. Wenn ich hier von Kindern spreche, meine ich damit das Coaching von sowohl Kindern (bis 12 Jahre) als auch Jugendlichen (Alter 12 – 17).

Coaching – eine Begriffsdefinition

Was ist eigentlich Coaching? Fragt man Wikipedia, so findet sich folgende Definition: „Der Begriff Coaching wird als Sammelbegriff für unterschiedliche Beratungsmethoden (Einzelcoaching, Teamcoaching, Projektcoaching) verwendet. Im Unterschied zur klassischen Beratung werden keine direkten Lösungsvorschläge durch den Coach geliefert, sondern die Entwicklung eigener Lösungen wird begleitet. Coaching bezeichnet strukturierte Gespräche zwischen einem Coach und einem Coachee (Klienten) z.B. zu Fragen des beruflichen Alltags (Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit). Die Ziele dieser Gespräche reichen von der Einschätzung und Entwicklung persönlicher Kompetenzen und Perspektiven über Anregungen zur Selbstreflexion bis hin zur Überwindung von Konflikten mit Mitarbeitern, Kollegen oder Vorgesetzten. Dabei fungiert der Coach als neutraler, kritischer Gesprächspartner und verwendet je nach Ziel Methoden aus dem gesamten Spektrum der Personal- und Führungskräfteentwicklung.

Unterschied zwischen Coaching und Therapie

Für mich geht es im Coaching vor allem um die Sichtweise. Wir richten unser Augenmerk auf das Ziel des Klienten, in diesem Fall das Kind oder den Jugendlichen, auch Coachee genannt. Auf den Punkt, den der Coachee erreichen möchte, wofür wir alle Blockaden und Hindernisse auf dem Weg dorthin beseitigen müssen. Und genau dies ist für mich der größte Unterschied zwischen Coaching und Therapie. In der Therapie wird in der Regel in die Vergangenheit geschaut. Fragen wie „Was ist falsch an mir? Woran liegt das? Was lief damals nicht gut? Warum bin ich noch nicht am Ziel? Wie war meine Kindheit?“ stehen im Fokus einer eher ursachenorientierten Herangehensweise. Im Coaching ist die Ausrichtung wie oben beschrieben eher zielorientiert. Coach und Coachee legen das Augenmerk darauf, wo der Coachee hin möchte und nicht auf das, wovon er oder sie weg möchte.

Wir sind unser eigener Guru

Die Zielorientierung macht aus meiner Sicht den entscheidenden Unterschied aus (neben den Methoden und Techniken, die wir Coaches anwenden) und das Coaching meistens leicht und schnell sowie effektiv. Denn weiß unser Unterbewusstsein erst einmal, wo die Reise hingehen soll, so ist es uns ein guter Diener und sorgt dafür, dass wir ohne große Umwege am Ziel ankommen. Ein weiterer Unterschied zwischen Coaching und Therapie ist der, dass alle Beteiligten im Coaching-Kontext auf Augenhöhe sind. Es gibt keinen „Guru“, der alles besser weiß. Das ist aus meiner Sicht auch gar nicht möglich, denn wer sollte sich besser kennen als der Coachee selbst? Wir alle tragen die Lösung schon in uns und brauchen nur manchmal einen Anstoß von außen!

Die Besonderheiten des Kindercoachings

Was ist beim Kindercoaching anders als beim Coaching mit Erwachsenen? Die Antwort auf diese Frage ist sehr einfach: Kinder und Jugendliche sind meistens viel schneller unterwegs, und es geht oftmals auch einfacher. Teilweise gibt es Unterschiede in der Wahl der Methoden. Selbstverständlich müssen sie kindgerecht sein, so dass sie auch ein 6-jähriger versteht und anwenden kann. Wenn ein Coach, so wie ich, überwiegend mit dem Unterbewusstsein arbeitet (denn dies ist der Teil, der zu über 95 Prozent über unser Leben bestimmt), dann gibt es darüber hinaus eigentlich keine großen Unterschiede zwischen Coaching-Sitzungen mit Erwachsenen und Kindern. Jeder Mensch ist verschieden, aber das hängt weniger mit dem Alter zusammen. Ich würde eher schauen, welche Methode dem Typ des Coachees entspricht und nicht, welche seinem Alter entspricht. Kinder sind in der Regel offener und verspielter, so dass wir dies im positiven Sinne im Coaching ausnutzen und uns mehr bewegen als im Erwachsenen-Coaching.

Zeitlicher Umfang beim Kindercoaching

Der Zeitaufwand hängt von vielen Faktoren ab: Mit welchem Anliegen/Thema kommt das Kind zum Coaching? Sind es vielleicht sogar mehrere Themen? Wie viel kann das Kind in einer Sitzung umsetzen bzw. sein System (Körper, Geist und Seele)? Wie ist das familiäre Umfeld? Inwiefern sind die Eltern bereit Veränderung(en) mitzugehen? Dies sind nur einige Aspekte von vielen, so dass eine genau Sitzungsanzahl im Vorfeld bzw. ohne Einbezug dieser Aspekte nicht vorherzusagen ist. Ganz allgemein lässt sich aber sagen, dass mit zwei bis sechs Sitzungen normalerweise ganz hervorragende Ergebnisse erzielt werden können.

Methoden im Kindercoaching Teil 1: mindTV®

Ich nutze in der Praxis überwiegend vier Methoden beim Kinderccoaching, da sie sich als besonders effektiv und effizient sowie beliebt herausgestellt haben:

Sonya Mosimann ist weltweit die wohl erfahrenste Kinder- und Jugendhypnotiseurin mit vielen Tausenden durchgeführten Hypnose-Sitzungen. Im Laufe der letzten Jahre hat sie ihre eigene Technik entwickelt, die eine Visualisierungsmethode ist mit Namen mindTV. Für mich ist mindTV eine absolute Bereicherung, denn mindTV wirkt nicht nur sehr tiefgreifend und packt das Thema an der Wurzel, sondern es bringt auch sehr schnelle und wundervolle Ergebnisse. Ich war damals der erste ausgebildete und zertifizierte mindTV-Anwender in ganz Norddeutschland und einer der ersten weltweit, so dass ich aus Erfahrung schreiben kann wie wunderbar mindTV wirkt. Wer dazu mehr sehen möchte, kann auf YouTube ein Interview mit mir zu mindTV sehen.

Methoden im Kindercoaching Teil 2: Yager-Code®

Prof. Dr. Ed Yager war ein promovierter Psychologe, der über 40 Jahre an der Medical School UCSD in San Diego Hypnose (vor allem analytische Verfahren) lehrte. Im Laufe der Jahre entwickelte er seine eigene Methode, bei der er mit einer höheren Instanz (die Zentrum genannt wird) gearbeitet hat und so sehr schnell und tiefgreifend Blockaden lösen konnte. Der Yager-Code hat viele Vorteile wie beispielsweise, dass man nicht über sein Thema sprechen muss, in der Regel keine negativen Gefühle hochkommen und es keiner Hypnose bzw. Ein- und Ausleitung aus einer Hypnose bedarf. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass die Eigenanwendung möglich ist und eine Kombination mit anderen Methoden und Techniken völlig problemlos ist. Wobei der Yager-Code auch komplett eigenständig benutzt werden kann. Ich habe im Laufe der letzten Jahre so viele positive Erfahrung mit dieser Methode gesammelt, dass sie mittlerweile in meiner Arbeit nicht mehr wegzudenken ist.

Methoden im Kindercoaching Teil 3: FlowState-Hypnose®

Letztes Jahr ist die FlowState-Hypnose in mein Leben getreten und begeistert mich und meine Coachees enorm. Bei dieser Hypnosetechnik handelt sich um eine Weiterentwicklung der AktivWach-Hypnose, bei der der Coachee nicht in eine Entspannung geht, sondern durch gleichförmige Bewegung (beispielsweise auf dem Fahrrad oder auf einem Trampolin) in einen Flow-Zustand kommt. Voller Konzentration, Energie und Wachheit öffnet er die Tür zu seinem Unterbewusstsein, um dann in diesem angenehmen Zustand Blockaden zu lösen und Veränderungsarbeit mühelos geschehen zu lassen. In der FlowState-Hypnose können restlos alle Hypnosetechniken und -formen angewendet werden, so dass sie mehr als „vollwertig“ der „normalen“ Hypnose gegenüber steht. Wir schlagen mit dieser Methode zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir erreichen unsere Ziele (bzw. beseitigen unsere Blockaden auf dem Weg zum Ziel) und bewegen uns, tun unserem Körper also etwas Gutes. Und das Beste daran: Unser Unterbewusstsein führt diese Bewegung aus, und wir bekommen keinen Muskelkater.

Methoden im Kindercoaching Teil 4: PALMTHERAPY®

Diese beeindruckende Technik wurde von dem Professor für Alternativmedizin Moshé Zwang in den 80er Jahren entwickelt. Er stellte einen Zusammenhang von Punkten in den Handinnenflächen und Persönlichkeitsmerkmalen, Verhaltensmustern und Emotionen fest. Man kann sich praktisch vorstellen, dass die Handinnenfläche die „Tastatur“ des „Computers“ Gehirn ist. Daher können wir über bestimmte Punkte in der Hand Persönlichkeitsmerkmale, Verhaltensmuster und Emotionen beeinflussen bzw. umprogrammieren. In der Praxis tun wir das, indem wir ein lockeres Gespräch führen, während ich als Coach die richtigen Punkte in einer der beiden Handinnenflächen drücke, um Veränderung geschehen zu lassen. Teilweise gibt es als „Hausaufgabe“ mit, in der nächsten Zeit einen oder mehrer Punkte selbständig täglich zu drücken, um sich selbst weiter „umzuprogrammieren“ und sein Ziel noch leichter und schneller zu erreichen.

Bauchschmerzen als Indikation für ein Kindercoaching?

Die Frage nach Bauchschmerzen als Indikation für ein Kindercoaching wird tatsächlich häufig gestellt. Immer wieder berichten Mütter, dass ihr Kind unter Bauchschmerzen leide, ohne dass eine körperliche Ursache gefunden werden konnte. Oftmals treten die Bauchschmerzen zum Beispiel immer dann auf, wenn in der Schule eine Klassenarbeit geschrieben wird. Sind tatsächlich alle organischen Ursachen durch einen Arzt im Vorfeld ausgeschlossen wurden, dann könnte es möglich sein, dass eine emotionale/mentale Ursache dahintersteckt. Und hier könnte dann ein Coaching erfolgsversprechend sein. Denn dort werden genau die emotionalen/mentalen Blockaden, die zu den Bauchschmerzen führen, gelöst. Diese können also verschwinden, und das Kind kann in Zukunft vielleicht sogar mit Freude an die nächste Klassenarbeit denken.

Erfolge im Kindercoaching

Steve de Shazer, ein amerikanischer Psychotherapeut, wurde unter anderem durch seine „Wunderfrage“ berühmt. Diese lautet: Stellen dir vor, unsere Sitzung wäre zu Ende und du fährst nach Hause. Du verrichtest noch die Dinge, die du heute verrichten wolltest. Dann wirst du zu Abend essen und ins Bett gehen. Du gehst in dein Schlafzimmer, legst dich in dein Bett und schläfst ein. Während du schläfst, geschieht ein Wunder. Am nächsten Morgen wachst du auf und weißt noch nicht, dass das Wunder geschehen ist. Das Wunder besteht darin, dass es das Problem, wegen dem du hier bist, nicht mehr gibt. Woran würdest du es als erstes merken, dass das Problem verschwunden ist?

Im Coaching merken dies daran, dass wir unserem Ziel näher gekommen sind oder es sogar gänzlich erreicht haben. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder. Deshalb ist die Arbeit mit Zielen so elementar. Auch wenn es oft der schwerste Teil ist, ein konkretes Ziel zu formulieren, ist es unerlässlich.

Über den Autor

Stefan Polten ist von Beruf Arzt und in seinem „zweiten“ Leben Superheldencoach. Er arbeitet sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern und Jugendlichen. Ab und zu schreibt er auch Artikel auf diesem Blog. Einen Artikel zum Thema Reflexintegration findest du beispielsweise hier. Wenn du wissen möchtest, was Stefan sonst noch so macht, dann schau doch auch einmal hier vorbei.

Author: Alexander Mallok
Tags: Coaching